Wie du dein Arbeitszimmer steuerlich absetzen kannst!

In diesem Beitrag werde ich dir zeigen, was du beachten musst, wenn du ein Arbeitszimmer steuerlich absetzen möchtest. Die Frage der Absetzbarkeit des Arbeitszimmers ist in §4 Abs.5 des Einkommensteuergesetzes geregelt. Der Gesetzgeber schreibt hier relativ genau vor, was geht, was nicht geht.

Ich erfahre immer wieder aus Gesprächen mit Mandanten oder mit Unternehmerkollegen, dass gerade in diesem Bereich eine sehr große Unsicherheit besteht und dass auch sehr viel falsch gemacht wird. Der Gesetzgeber sagt in §4 Abs.5 Einkommensteuergesetz, dass ein Arbeitszimmer dann geltend gemacht werden kann, wenn kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht oder wenn du deine berufliche Tätigkeit genau dort ausübst, sprich du hast hier deinen Mittelpunkt der Tätigkeit.

Ich bin der Meinung, dass der Begriff Arbeitszimmer hier durchaus missverstanden werden kann und lege immer sehr großen Wert darauf, dass wir genau unterscheiden zwischen Arbeitszimmer auf der einen Seite und der sogenannten Betriebsstätte auf der anderen Seite. Ich kenne sehr viele Unternehmer, unzählige Mandanten, die von zu Hause aus arbeiten, was sehr viele Vorteile bringt, was auch sehr schön ist - das spart auf der einen Seite Kosten, weil man kein externes Office anmieten muss, man ist direkt bei der Familie, und hier wird fälschlicherweise immer von Arbeitszimmer gesprochen.

Arbeitszimmer oder deine Betriebsstätte?

Aus meiner Sichtweise ist das überhaupt kein Arbeitszimmer, denn hier liegt eine ganz klare, klassische Betriebsstätte vor, so wie es in der Abgabenordnung beschrieben wird. Denn, wenn du eine Betriebsstätte unterhältst, du hast also dein Unternehmen genau dort angemeldet, wo du auch wohnst, dann ist es hier kein Arbeitszimmer, sondern es ist ganz klar eine Betriebsstätte. Dann können alle Aufwendungen, die mit deiner beruflichen Tätigkeit zusammenhängen in punkto Raumkosten/Arbeitszimmer steuerliche geltend gemacht werden. Wenn ein Arbeitszimmer vorliegt: Ich mache mal ein Beispiel dazu, du hast eine Kfz-Werkstatt und bewahrst deine Steuerunterlagen bei dir zu Hause auf, weil du sie nicht in der Firma haben möchtest, oder du hast einen Computer zu Hause und schaust dort am Wochenende nach Angeboten oder schreibst selbst Angebote, suchst Lieferanten raus usw., dann hast du grundsätzlich in deiner Kfz-Werkstatt einen Arbeitsplatz und dort ist dann aller Wahrscheinlichkeit nach deine Firma auch angemeldet, dann handelt es sich nicht um eine Betriebsstätte, sondern um einen Arbeitsplatz. Genau für diesen Fall hat der Fiskus bzw. die Finanzverwaltung diesen §4 Abs.5 des Einkommensteuergesetzes eingeführt, um dafür zu sorgen, dass grundsätzlich solche Aufwendungen nicht steuerlich geltend gemacht werden können. Das ist natürlich ziemlich doof, weil du ja letztlich Miete zahlst, ein Eigenheim hast und dem folgen ja auch gewisse Kosten - und von der Warte her ist es wichtig zu wissen, wie kann man am besten den Betriebsausgabenabzug herbei führen, denn du hast ja in jedem Fall Kosten.

Dein Arbeitszimmer zu Hause

Wenn du also ein Unternehmen hast, welches nicht an deiner Wohnanschrift angemeldet ist, du aber trotzdem irgendwo ein Arbeitszimmer hast, kommst du grundsätzlich erstmal in ein sogenanntes Abzugsverbot und kannst die Kosten, die damit zusammenhängen nicht steuerliche geltend machen. Hast du demgegenüber aber dein Unternehmen an deiner Wohnanschrift angemeldet, handelt es sich hierbei um eine Betriebsstätte und du kannst alle Ausgaben steuerlich geltend machen. Nun gibt es natürlich auch viele Bereiche - ich stelle mir da den Handelsvertreter vor, der sehr viel unterwegs ist, der immer bei seinen Kunden ist, weil er am Ende vom Verkauf lebt, der natürlich auch Vor- und Nacharbeiten bei sich zu Hause zu erledigen hat. Natürlich hat der in der Regel sein Unternehmen auch dort angemeldet, wo er sitzt, aber es gibt auch Fälle von Handelsvertretern, die haben dann einfach bei ihrem Hauptauftraggeber ihre Firma angemeldet. Das wäre dann so ein klassischer Fall, der hätte dann bei sich zu Hause ein Arbeitszimmer, weil er eben in dem Unternehmen, für das er tätig ist, keinen weiteren Arbeitsplatz hat. Hier greift dann - und das ist ein ganz wichtiger Unterschied - §4 Abs.5 des Einkommensteuergesetzes, der besagt, dass du maximal 1250€ pro Jahr als Betriebsausgaben abziehen kannst. Und jeder kann sich leicht vorstellen - wenn heute die Miete 800€ kostet oder du hast ein Eigenheim, dann reden wir da auch von Kostengrößenordnungen, die sich da nicht wesentlich unterscheiden, die vielleicht sogar noch viel höher sind, und du hast eine 100m² Wohnung, davon nutzt du 10m² für deine geschäftlichen und beruflichen Zwecke, dann können schnell die 1250€ ausgereizt werden bzw. die reichen in aller Regel gar nicht. Deswegen ist es wichtig zu unterscheiden, Arbeitszimmer und Betriebsstätte.

Mein Tipp für dich!

Meine Empfehlung ist, melde am besten deine Firma auch bei dir an deinem Wohnsitz an, dann kommst du immer in den Bereich einer Betriebsstätte und kannst alle Ausgaben direkt geltend machen. Sollte das nicht funktionieren, weil es einfach baurechtlich nicht funktioniert oder andere Gründe dagegen sprechen, kannst du auch noch anders vorgehen. Du kannst beispielsweise zwischen deinem Unternehmen und deiner Frau oder Lebensgefährtin/Lebenspartner einen Mietvertrag abschließen. Das heißt dann, du zahlst als Firma eine Miete für die Nutzung dieses externen Arbeitsraumes an deinen Lebenspartner/Lebenspartnerin, Ehefrau/Ehemann usw. und dieser hat dann Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Die Einnahmen sind hier natürlich genau so hoch wie die Ausgaben, demzufolge hat das keine steuerlichen Auswirkungen, aber wir transformieren dadurch die Ausgaben in den betrieblichen Bereich und kommen dann somit zum Betriebsausgabenabzug.

Kostenloses Coaching

... für dein erfolgreiches Business!

Schaue mir über die Schulter und ich gebe dir tiefe Einblicke in meine Erfahrungen als Existenzgründerberater. Von der Idee sich selbständig zu machen bis zur Buchführung deines Unternehmens.

Die Schritte der Existenzgründung gebe ich in meinem Webinar 1 zu 1 an dich weiter.