Fahrtkostenpauschale - So geht's!

In diesem Beitrag werde ich dir erklären, was du beim Ansatz der sogenannten Fahrtkostenpauschale zu beachten hast. Es gibt immer verschiedene Wege, die zum Ziel führen, genauso ist es auch beim Ansatz von Fahrtkosten.

Du hast generell zwei Möglichkeiten. Entweder setzt du die tatsächlichen Kosten an oder du setzt das sogenannte Kilometergeld in Form einer Fahrtkostenpauschale an. Um dir Hinweise oder Tipps zu geben, wie du hier am besten vorgehst, will ich ein Stückchen weiter ausholen, weil es einfach Sinn macht, dass du auch weißt, wann es für dich sinnvoll ist, eben diese Fahrtkostenpauschale anzusetzen und wann eben nicht.

Kilometergeld ansetzen

Wie ich ja sagte, kannst du auch durchaus tatsächliche Kosten geltend machen. Tatsächliche Kosten sind eben Benzinkosten, Abschreibungen für die Anschaffung eines Fahrzeuges, Versicherungen, Steuern, Reparaturen usw., Flugticket, Bahnticket, Busticket, Taxifahrten usw. - das sind die sogenannten tatsächlichen Kosten, die du geltend machen kannst. Du kannst dem gegenüber aber eben pauschal Kilometergeld ansetzen, indem du die gefahrenen Kilometer dokumentierst und dann mit dem Kilometersatz von 0,30€ - der ist von der Bundesregierung vorgegeben für Reisekostenabrechnungen und ist hier im Steuerrecht anwendbar - multiplizierst und somit deinen Betriebsausgabenabzug ermittelst. Grundsätzlich empfehle ich dir, dir erst einmal die Frage zu stellen, hast du einen neuen PKWs oder einen gebrauchten. Neu ist klar, neu ist aber nicht gleich neu. Ich bin der Auffassung bzw. empfehle immer, dass Fahrzeuge sprich PKWs bis zu einem Alter von 4 Jahren sinnvollerweise mit den tatsächlichen Kilometergeldern bzw. den tatsächlichen Kosten berücksichtigt werden, wie ich sie ja schon nannte - und wenn die Fahrzeuge älter als 4 Jahre sind, dann sind sie meistens fast abgeschrieben und dann lohnt sich der Ansatz eben nicht mehr, weil das Finanzamt von dir natürlich auch verlangt, dass du für die private Mitbenutzung einen bestimmten Ansatz als fiktive Einnahmen berücksichtigst. Angenommen du hast jetzt einen älteren, gebrauchten Wagen, der älter als 4 Jahre ist und der nicht im Betriebsvermögen ist. Dann dokumentierst du ganz einfach Monat für Monat deine gefahrenen, betrieblichen, geschäftlichen Kilometer.

Halte alle geschäftlichen Fahrten schriftlich fest

Das machst du, indem du für jeden Monat eine Excel-Tabelle führst, wo du datumsgetreu dokumentierst, wo du hingefahren bist. Du gibst also bspw. an: 2. Januar, Fahrt zum Kunden XY, nach XY und dann die entsprechen gefahrenen Kilometer. So machst du das für jeden Tag, wo du das Fahrzeug geschäftlich nutzt. Schreib dir am besten auch die kleinen Fahrten auf, das ist natürlich mühsam, aber es sichert dir tatsächlich den vollständigen Kilometer- bzw. Betriebsausgabenabzug. Dann hast du insgesamt 12 Tabellen - du kannst natürlich auch alles in einer Tabelle führen - bist vielleicht 10.000km insgesamt geschäftlich gefahren, multiplizierst das dann mit 0,30€ und so hast du dann deine pauschalen Fahrtkosten, die du dann in Höhe von 3000 € als Betriebsausgaben buchst.

Achtung bei Vielfahrern!

Aufpassen musst du natürlich, wenn du sehr viel geschäftlich fährst, weil dann kann Folgendes passieren: Angenommen und unterstellt, du hast einen älteren PKW, sprich dieser ist älter als 4 Jahre, fährst vielleicht im Jahr 30.000 km geschäftlich, dann würde ich als Betriebsprüfer zu dir kommen und sagen, lieber Steuerpflichtiger, du bist ja relativ viel gefahren, wie viel fährst du denn eigentlich insgesamt mit deinem Wagen? Dann wirst du sagen, naja, ich fahre ja schon geschäftlich relativ viel, privat fahre ich gar nicht so viel - und das ist genau das, was ich von dir hören wollte. Angenommen du sagst, ich fahre privat noch 5000 km, dann habe ich dich genau da, wo ich dich hin haben wollte, nämlich dann überwiegen hier die geschäftlichen Fahrten und auch dann ist dein alter PKW notwendiges Betriebsvermögen. Und wenn dein PKW zum notwendigen Betriebsvermögen gehört, kannst du eben nicht mehr die 0,30 € pro gefahrenen Kilometer geschäftlich als Betriebsausgabe ansetzen, dann musst du die tatsächlichen Kosten geltend machen. Das sind Abschreibung, Tankkosten, Inspektionskosten, Versicherung und Steuern und die größte Position bei den Ausgaben, die dein Auto verursacht, sind nun mal die anschaffungsbedingten Abschreibungen, wir schreiben PKWs auf insgesamt 6 Jahre ab. Angenommen, dein PKW hat ursprünglich mal 30.000 € gekostet, dann sind das eben pro Jahr schnell 5.000€ zuzüglich der weiteren tatsächlichen Kosten. Wenn dein Wagen also schon 4, 5 oder 6 Jahre oder noch älter ist, dann ist er schon abgeschrieben und du hast keine Abschreibung mehr - dann hast du nur noch deine Benzinkosten von vielleicht 1000-2000, ein paar Reparaturen, ich sage mal, es sind dann erfahrungsgemäß wahrscheinlich nicht mehr als 3.000€ und das Problem ist, dass du eben für die private Mitbenutzung einen Nutzungsanteil versteuern musst.

Den privaten Nutzungsanteil ermitteln

 Wie der Nutzungsanteil versteuert wird, richtet sich hier nach dem Gesetz, da gibt es nur 2 Möglichkeiten: Entweder du führst ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch und dokumentierst wirklich ganz kleinlich genau, wohin du geschäftlich gefahren bist. Dann lässt sich hier natürlich der private Nutzungsanteil sehr gut ermitteln, aber die meisten Unternehmer machen das nicht, weil es sehr aufwendig ist - und dann kommt die 1%-Regelung zum Einsatz. Nur diese Möglichkeit bietet der Gesetzgeber hier, wenn die 1%-Regelung zum Einsatz kommt. Dein Auto hat neu 30.000 € gekostet, dann müsstest du 3.600 € als Privatanteil versteuern und bei geschätzten 3.000 € Betriebsausgaben, ist das für dich wirtschaftlich und betriebsausgabentechnisch ein absolutes Nullsummenspiel. Insofern musst du hier tatsächlich aufpassen bzw. muss ich sagen, dass die Fahrtkostenpauschale bzw. das Kilometergeld wirklich nur rentabel ist, wenn du eben nicht sehr viel mit deinem Wagen unterwegs bist. Wenn das also tatsächlich überwiegend privat genutzt wird, aber auch für Geschäftsfahrten, weil dann kommen wir gar nicht in die Verlegenheit, hier überhaupt uns über Betriebsvermögen zu unterhalten und dann wird das auch alles vom Finanzamt akzeptiert.

Wenn du also sehr viel mit deinem Wagen fährst, also über 50% mit deinem PKW geschäftlich unterwegs bist, dann haben wir Betriebsvermögen, dann musst du entweder Fahrtenbuch führen oder diese sehr teure 1%-Regelung anwenden. Wenn dein Wagen älter ist und du sehr viel fährst, solltest du in jedem Fall ein Fahrtenbuch führen, sodass du die betrieblichen Fahrten nachweisen kannst oder du verhältst dich im Rahmen einer Betriebsprüfung dann anders und sagst, ja, ich fahre privat auch sehr viel, ich fahre auch nochmal 30.000km - musst natürlich darauf achten, das kann man überall irgendwo nachvollziehen, bspw. am TÜV-Bericht, weil der TÜV den Kilometerstand aufschreibt, oder in der Versicherungspolice, dort musst du ja auch immer angeben, wie viele Kilometer du ungefähr im Jahr zurücklegst. Wenn in deinem Versicherungsvertrag drin steht, du fährst ca. 20.000km und du gibst 30.000 geschäftlich gefahrene Kilometer an, dann widerlege ich dir als Betriebsprüfer die Wahrheit deiner Aussage und dann führt es in der Folge eben wieder zu diesem steuerlich ungünstigen Ergebnis, zum ungünstigen Ansatz dieser 1%-Regelung.

Kostenloses Coaching

... für dein erfolgreiches Business!

Schaue mir über die Schulter und ich gebe dir tiefe Einblicke in meine Erfahrungen als Existenzgründerberater. Von der Idee sich selbständig zu machen bis zur Buchführung deines Unternehmens.

Die Schritte der Existenzgründung gebe ich in meinem Webinar 1 zu 1 an dich weiter.

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar