GbR - Welche Steuern musst du zahlen?

In diesem Beitrag möchte ich dir nützliche Informationen geben, zum Thema GbR und Steuern. Ich gehe mal davon aus, dass du Gesellschafter einer GbR bist oder dich mit dem Gedanken trägst, mit einem oder mehreren Partnern eine GbR zu gründen. Natürlich ist es immer wichtig zu wissen, welche steuerlichen Konsequenzen das Ganze hat und das du hierbei zu beachten hast. In diesem Beitrag erhältst du alle wichtigen Informationen zu GbR und deren Steuern!

Wenn du also eine GbR gründest, ist es als allererstes wichtig herauszufinden, ob die GbR eine GbR von Freiberuflern ist, oder ob sie ein Gewerbebetrieb ist. Das ist erstmal die wichtigste Herausforderung! Wenn alle Mitgesellschafter Freiberufler im klassischen Sinne sind, weil ihr alle Betriebswirtschaft studiert habt und ihr eure Kunden lediglich beratet, dann liegen Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit vor. Wenn ihr demgegenüber aber etwas kreiert, Produkte verkauft, Handel betreibt, dann liegen ganz klassisch Einkünfte aus Gewerbebetrieb vor und hier knüpfen sich natürlich ganz andere Rechtsfolgen an.

GbR als Gewerbebetrieb

Angenommen ihr habt einen Gewerbebetrieb gegründet, dann ist es natürlich erforderlich, dass ihr zum Gewerbeamt geht und diese GbR bzw. diese Tätigkeit anmeldet. Da solltet ihr gemeinsamt hingehen, damit sämtliche Gesellschafter eben auch vom Gewerbeamt angenommen werden und eurer GbR eine Gewerbegenehmigung erteilt wird. Dann klassifiziert euch das Finanzamt eben auch als Gewerbebetrieb. Als Gewerbebetrieb sind Einkommensteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer zunächst für euch relevant, das müsst ihr beachten.

Freiberufler-GbR

Solltet ihr demgegenüber eine Freiberufler-GbR sein, dann scheidet die Frage der Gewerbesteuer gänzlich aus, dann ist es tatsächlich nur die Einkommensteuer und die Umsatzsteuer relevant. Es gibt noch einen weiteren, sehr wichtigen Unterscheidungspunkt, und zwar sind Freiberufler-Personengesellschaften nicht zur Bilanzierung verpflichtet, das heißt ihr braucht keine Bilanz erstellen. Ich möchte jetzt mal nicht darauf eingehen, dass es durchaus sinnvoll sein kann, eine Bilanz zu erstellen, gerade weil es von Bedeutung sein kann, mit welchem Anteil der jeweilige Gesellschafter an dem Unternehmen beteiligt ist und das dann auch noch in 3, 4 oder 5 Jahren klar ist, wenn zum Beispiel mal jemand ausscheidet. Aber das sind Punkte, auf die ich hier jetzt nicht eingehen möchte.

Bilanz: Ja oder Nein?

Letztlich ist es so, dass die GbR als Steuersubjekt dann gegenüber dem Finanzamt auftritt und erst einmal egal, ob ihr ein Gewerbebetrieb seid oder Freiberufler seid, würde ich euch immer empfehlen, erstmal keine Bilanz zu erstellen, sondern euern Gewinn lediglich durch Gegenüberstellung eurer Einnahmen und Ausgaben zu ermitteln. Das hat den Vorteil, dass der administrative Aufwand im Rahmen der Buchhaltung günstiger wird. Eine Bilanz müsst ihr erst erstellen als Gewerbebetrieb, wenn ihr mehr als 50.000 € Gewinn macht oder mehr als 500.000 € Umsatz erzielt. Hierbei gleich mal der Hinweis, diese Werte werden ab 01.01.2016 auf 60.000 € und 600.000 € angehoben - man möchte hier die kleinen Unternehmen ein Stück weit fördern und von Bürokratie entlasten. Ich als Steuerberater sage als allererstes immer zu Personengesellschaften, dass keine Bilanz erstellt werden soll, sondern erst einmal nur eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung ausreicht. Für Freiberufler-GbR oder -Personengesellschaften kommt die Bilanz grundsätzlich gar nicht in Frage. Da ist es auch völlig unabhängig, wie viel Umsatz oder Gewinn gemacht wird, also wenn bspw. eine Architekten-GbR aus mehreren Architekten besteht und die insgesamt 1,5 Millionen € Umsatz machen und vielleicht 500.000 € Gewinn, könnt ihr trotzdem nach wie vor eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung erstellen. Das reduziert auch erheblich den administrativen Aufwand. Das ist ein ganz wichtiger Unterschied. Ihr dürft natürlich freiwillig bilanzieren, wie ich es schon erläutert habe.

GbR und Umsatzsteuer

Umsatzsteuerlich ist es völlig egal, was ihr seid, ob ihr Gewebebetrieb oder Freiberufler seid. Als GbR seid ihr Unternehmer, ihr erbringt Leistungen oder Lieferungen im Rahmen eures Unternehmens, das Ganze macht ihr sicherlich nachhaltig, weil ihr Geld verdienen wollt. Ihr macht das mit Wiederholungsabsicht und somit ist das Ganze dann steuerbar. Sofern es nicht steuerbefreit ist, ist das Ganze auch steuerpflichtig und wird mit 19% Umsatzsteuer dann versteuert. Die Rechnungen, die ihr als GbR erhaltet, enthalten ja zumeist auch 19% Umsatzsteuer. Diese Umsatzsteuer nennen wir Vorsteuer, weil ihr sie vorverauslagt. Ihr könnt sie euch vom Finanzamt erstatten lassen, im Rahmen der Umsatzsteuererklärung, die ihr zunächst einmal monatlich einreicht, dann natürlich auch eine Jahressteuererklärung abgebt. Das ist aber wiegesagt völlig unabhängig von der Frage, ob ihr Freiberufler als GbR, eine landwirtschaftliche GbR oder ein Gewerbebetrieb als GbR seid.

Gewinnverteilung bei einer GbR

Wenn dann der Gewinn ermittelt wird, gibt es einen Feststellungsbescheid vom Finanzamt. Darin steht, wie viel Gewinnanteil jedem Gesellschafter zugeordnet wird. Das lässt sich auch individuell und nach den jeweiligen Verhältnissen gestalten, sprich wenn jetzt also bspw. ein Gesellschafter ein halbes Jahr krank war, nicht arbeiten konnte, dann ist es nur logisch und konsequent, dass sein Gewinnanteil natürlich niedriger ausfällt. Wenn alle gleichermaßen gearbeitet haben, kann man den Gewinn durchaus nach Köpfen bzw. Anteilen verteilen. Dann habt ihr also einen Feststellungsbescheid in dem steht, wer wie viel Gewinn zugeordnet bekommt vom Finanzamt - und dieser Gewinn fließt dann in die jeweilige Einkommensteuererklärung des jeweiligen Gesellschafters. Also jeder Gesellschafter der GbR muss dann auch eine Einkommensteuererklärung erstellen. Die GbR als solche erstellt dann natürlich auch eine Umsatzsteuerjahreserklärung und, sofern es sich um einen Gewerbebetrieb handelt, eben auch eine Gewerbesteuererklärung. Steuersubjekt ist hier aber die GbR.

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