Stammkapital einer GmbH voll einzahlen?

Heute möchte ich die Frage von Alex aus München beantworten: Muss ich das Stammkapital bei der Gründung einer GmbH voll einzahlen oder reicht hier auch ein geringerer Betrag?

Lieber Alex, grundsätzlich reicht natürlich auch ein geringerer Betrag. Das Gesetz schreibt vor, dass du mindestens 50 % des Stammkapitals einzahlen musst, sprich mindestens 12.500 €, aber es gibt einige triftige Gründe die dagegen sprechen, nur die Hälfte des Stammkapitals einzuzahlen. Ich würde dir empfehlen, die vollen 25.000 € in das Stammkapital einzuzahlen.

Gründe für die volle Einzahlung der 25.000 €

Wie ich schon sagte, sprechen einige Gründe dafür. Und zwar ist es folgendermaßen: Wenn du nur die Hälfte des Stammkapitals einzahlst, hast du natürlich auch nicht die volle Haftung, die dir der GmbH-Mantel sonst üblicherweise verspricht. Wenn du das Stammkapital nicht voll einzahlst, dann haftest du als Gesellschafter mit deinem privaten oder sonstigen Vermögen. Ansonsten haftet die GmbH für alles was auf sie zukommt. Ein zweiter wichtiger Grund ist, dass du letztlich mit deiner GmbH ja auch geschäftlich tätig werden möchtest und ohne Geld ist das natürlich kaum machbar. Wenn du die 25.000€ auf das Geschäftskonto einzahlst, steht dir dieses Geld natürlich für deine Geschäfte zur Verfügung. Es ist ein Irrglaube, dass die 25.000€ immer als fester Betrag auf einem Sperrkonto oder ähnlichem vorhanden sein müssen. Du kannst mit diesem Geld Waren einkaufen, Räumlichkeiten mieten, du kannst dir dein Geschäftsführergehalt davon bezahlen oder in Marketing investieren etc. So muss dieser Betrag eben nicht auf einem Sperrkonto oder woanders geparkt werden und steht deinem Unternehmen voll zur Verfügung.

Nachweis über die Einzahlung des Stammkapitals

Ein weiterer wichtiger Aspekt, der oft vernachlässigt wird, ist folgender: Es ist ja so, dass nicht jede GmbH tatsächlich auch geschäftlich Erfolg hat - und ich rede hier nicht über den Zeitraum der Gründung oder die ersten drei Jahre hinaus, sondern einige GmbH werden noch zu einem viel späteren Zeitpunkt, vielleicht nach 15 oder 20 Jahren einmal wirtschaftliche Schwierigkeiten bekommen und müssten notfalls Insolvenz anmelden. Dann wird der Insolvenzverwalter das allererste mal zu dir kommen und sagen, bitte weise nach, dass du die Stammeinlage voll eingezahlt hast, denn wenn du diesen Nachweis nicht erbringen kannst, wird er von dir nochmals die Einzahlung verlangen und das wäre in diesem Fall natürlich sehr ungünstig, gerade in einer Phase, wo wirtschaftliche Schwierigkeiten vorliegen. Wichtig wäre in diesem Zusammenhang auch der Hinweis, dass das Stammkapital immer per Überweisung auf das Bankkonto eingezahlt wird. Man könnte sich ja grundsätzlich auch vorstellen, dass das Stammkapital in die Kasse, also als Bargeld, eingezahlt wird, doch hiervon würde ich abraten. Die Überweisung ist der definitive Nachweis dafür, dass das Stammkapital in voller Höhe entrichtet worden ist. Am besten schreibst du auf die Überweisung drauf, Stammkapital für deine GmbH, erwähnst dann noch den direkten Namen, und damit hast du den Nachweis erbracht. Hefte dir diesen Kontoauszug in jedem Fall gut ab, damit du ihn auch noch in späteren Jahren, wo das nochmal relevant sein könnte, griffbereit hast.

Meine klare Empfehlung: Wenn es möglich ist, das Stammkapital immer voll einzahlen. Keine halben Sachen machen. Wiegesagt, die Haftung spricht dagegen, du kannst das Geld verwenden, aber auch im Insolvenzfall wird das nochmal brisant, oder wenn später vielleicht eine Umwandlung in eine Aktiengesellschaft stattfinden soll, oder beim Verkauf von Gesellschaftsanteilen könnte dieses Themen nochmal wichtig werden. Wenn du das Stammkapital jetzt voll einzahlst, bist du in jedem Fall gut vorbereitet und machst keinen Fehler.

Wenn du Fragen hast, schreibe mir gern eine Mail.


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