Was kann man von der Steuer absetzen?

In diesem Beitrag werde ich dir Tipps und Hinweise geben, was du alles von der Steuer absetzen kannst, denn du als Unternehmer musst ja Steuern zahlen. Einkommensteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer sind die wichtigsten Steuerarten, mit denen du in Berührung kommst.

Wenn du Kleinunternehmer bist, dann trifft auf dich die Umsatzsteuer nicht zu. Und wenn du Freiberufler bist, dann zahlst du auch keine Gewerbesteuer. Aber nichtsdestotrotz, Steuern zahlen wir Unternehmer alle und genau darum ist es wichtig, dass wir wissen, was wir alles von der Steuer absetzen können.

Gesetzesgrundlage

Grundsätzlich fündig werden wir in §4 des Einkommensteuergesetzes - dort steht in §4 Abs. 3 geschrieben, Betriebsausgaben sind alle Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind. Das hört sich erstmal nach einer sehr globalen Aussage an. Diese wird jedoch im §4 Abs. 5 Einkommensteuergesetz und auch im §12 des Einkommensteuergesetzes wieder ein Stück reglementiert, der Gesetzgeber rudert hier wieder ein Stück zurück. §12 betrifft grundsätzlich erst einmal die Kosten, die die private Lebensführung berühren. Das sind bspw. die Tennissocken des Arztes, diese können nicht als Betriebsausgabe abgezogen werden, weil der Arzt die natürlich auch beim Tennis tragen kann. Hier grenzt der Gesetzgeber eben ein. §4 Abs. 5 Einkommensteuergesetz enthält eine ganze Reihe, sozusagen einen Katalog von Abzugseinschränkungen, auf die ich jetzt hier in diesem kurzen Beitrag nicht näher eingehen werde - hierzu gibt es ein Webinar, an dem du kostenlos teilnehmen kannst.

Vergiss keine Betriebsausgabe

Grundsätzlich solltest du dir aber immer vor Augen führen, dass du dir für alle Ausgaben die du tätigst, im Rahmen deines Unternehmens, immer eine Rechnung erteilen oder eine Quittung geben lässt, denn nur wenn du einen Beleg hast und du nachweisen kannst, dass du für bestimmte Ausgaben Aufwendungen hattest, dann kannst du hier Betriebsausgaben geltend machen und diese natürlich auch steuerlich wirksam absetzen, darum geht es. Deswegen sei hier sehr konsequent: Ich erlebe leider immer wieder, dass viele, gerade kleine Unternehmen, da sehr großzügig mit umgehen und deshalb sehr viel Geld - manchmal mehrere hundert bis tausende Euro - an Betriebsausgaben und somit eben auch an Steuern verschenken. Ich sage immer zu meinen Mandanten, eine Rechnung oder eine Quittung ist nichts anderes als ein Scheck, den du beim Finanzamt einlösen kannst.

Jede Rechnung ist ein Scheck

Warum ist das ein Scheck? Du bekommst die Mehrwertsteuer zurück erstattet, wenn du regelbesteuerter Unternehmer bist bzw. kannst diese Ausgaben tatsächlich auch als Betriebsausgabe geltend machen und damit deine Einkommensteuer, Gewerbesteuer oder falls du eine Kapitalgesellschaft hast (UG,GmbH), kannst du hier deine Körperschaftsteuer reduzieren. Was kann man also jetzt tatsächlich von der Steuer absetzen? Im Wesentlichen geht es darum, dass du für dich erst einmal sensibilisierst, was hat betriebliche Veranlassung.

Wann ist eine Ausgabe betriebsbedingt?

Betriebliche Veranlassung ist ein sehr weites Spektrum. Ich sage immer, Steuern sparen fängt bei der Tüte Haribo an. Wenn du also eine Tüte Gummibärchen kaufst und diese dann im Wartebereich bspw. deines Büros auslegst, sodass deine Kunden und Mitarbeiter davon naschen können, ist das Betriebsausgabe - und dann kannst du diese Aufwendung bzw. Kosten natürlich geltend machen. Empfehlen würde ich dir an der Stelle, dass du einfach mal schaust, wofür du Geld ausgibst. Sei am besten ganz akribisch, mach am besten sofort dein Portmonee auf und schau rein, was du darin für Quittungen hast. Sicherlich ist es so, dass du bei deinem letzten Einkauf im Supermarkt eine Quittung bekommen hast, einen Kassenbeleg wo bestimmte Punkte drauf stehen, vielleicht hast du Kaffee gekauft, Mineralwasser, Kekse, Toilettenpapier - all das können Betriebsausgaben sein. All diese Ausgaben haben in gewisser Weise natürlich eine betriebliche Veranlassung. Nun ist der Gang zum WC sozusagen nicht unbedingt betrieblich veranlasst, aber es gehört einfach allgemein mit dazu. Deine Kunden benutzen vielleicht auch mal deine Toilette - und insofern ist es so, dass das hier Betriebsausgaben sind. Das sind vom Gesetzgeber bzw. vom Finanzamt tatsächlich anerkannte Ausgaben. Man kann natürlich auch in §275 Handelsgesetzbuch schauen - dort hat der Gesetzgeber betreffend des Handelsgesetzbuches mal ein Muster einer Gewinn- und Verlustrechnung abgebildet. Dort findest du letztlich Anhaltspunkte.

Du musst weiterdenken...

Die meisten Unternehmer haben Mitarbeiter, ganz klar. Diese Aufwendungen sind Betriebsausgabe. Unternehmer haben Aufwendungen für Räumlichkeiten - Raumkosten sind Betriebsausgabe. Unternehmer haben Fahrzeugkosten - das sind Betriebsausgaben. Zu diesem Thema werde ich aber nochmal gesondert etwas sagen. Unternehmer haben Kontoführungsgebühren - das sind Betriebsausgaben. Unternehmer haben Finanzierungen - die Zinsen sind Betriebsausgaben. Unternehmer haben Anschaffungen getätigt - die Abschreibungen für diese Anschaffungen sind Betriebsausgabe. Unternehmer haben natürlich auch sonstige betriebliche Aufwendungen und genau hier verlieren bzw. verschenken sehr viele Unternehmer, aus meiner langjährigen Erfahrung, sehr viel Geld.

Vergiss die sonstigen Betriebsausgaben nicht

Die sonstigen Betriebsausgaben werden in §275 HGB nicht erläutert. Dazu wäre es erforderlich, dass man sich mit dem sogenannten Standardkontenrahmen für Buchhaltung mal ein bisschen näher beschäftigt. Du kannst es machen, indem du einfach mal googlest und dir dort den Standardkontenrahmen herunterlädst. Dort findest du auch weitere Anregungen - das geht dann über Aufmerksamkeiten, Bewirtungskosten, Repräsentationskosten, Werbekosten hinaus - diese fallen alle unter den Begriff sonstige betriebliche Ausgaben; Telefonkosten, Buchführungskosten, Aufwand für Abfall- und Abraumbeseitigung, Reinigungskosten etc. fallen darunter. Ich möchte dich hier zumindest ermuntern, dass du dein Gespür dafür entwickelst, was tatsächlich Betriebsausgabe sein kann und dass du vielleicht bei deinem nächsten Einkauf im Supermarkt nicht mehr alles gemischt auf das Band legst, sondern sagst, Kaffee, Milch, Wasser - das sind Dinge, die ich auch in der Firma benötige und dort eben auch verwenden kann. Wurst, Brötchen, Honig, Marmelade sind typischerweise keine Aufwendungen, die in der Firma präsentiert werden, sondern das hat dann eher schon privaten Charakter - genauso das Duschgel oder die Zahncreme, das sind Aufwendungen, die nicht darunter fallen. Aber du kannst hier für dich schon mal ein bisschen vorsegmentieren und sagen, okay, das sind ab sofort ganz klar Betriebsausgaben.

Zusammengefast:

Natürlich muss das immer irgendwo im Verhältnis stehen. Wenn du jetzt bspw. kein eigenes Office hast, weil du vielleicht in einem Business-Center sitzt und dir dort einen Arbeitsplatz mit anderen teilst, dann wird natürlich der Bewirtungsaufwand erheblich kleiner sein, der generell infrage kommt, was die Bewirtung im Haus betrifft. Du wirst aber trotzdem Kunden und Lieferanten haben und du gehst sicher auch mal mit denen Essen - sei da einfach diszipliniert, sammel diese Belege und mache sie als Betriebsausgaben geltend. Nochmal für dich: Betriebsausgaben sind alle Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind - und eine Mitveranlassung reicht grundsätzlich erstmal aus. Du darfst in jedem Fall auch mal in §4 Abs.5 des Einkommensteuergesetzes nachlesen, dort stehen die Abzugsverbote. Mir fällt zum Beispiel sofort die Segelyacht ein, diese ist nicht abziehbar. Es gibt Reglementierungen für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, da soll der Unternehmer generell nicht bessergestellt werden als der Arbeitnehmer. Was die Bewirtungsaufwendungen betrifft, was Geschenke betrifft, dort hat der Gesetzgeber in §4 Abs.5 des Einkommensteuergesetzes Reglementierungen implementiert. Auf diese musst du in jedem Fall achten, damit du im Nachhinein keinen Stress mit dem Finanzamt im Rahmen der Prüfung bekommst, aber generell merke dir: Alles was durch deine Firma veranlasst ist, ist erstmal Betriebsausgabe.

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