Steuerwissen für Gründer

Jeder Gewinn aus gewerblicher oder selbständiger Tätigkeit muss versteuert werden. So nimmt die Finanzverwaltung an jeder unternehmerischen Betätigung teil. Bei Personengesellschaften (z. B. OHG, KG) und Einzelunternehmern unterliegt der Gewinn der Einkommensteuer, bei Kapitalgesellschaften (z. B. GmbH, AG) der Körperschaftsteuer. Alle Gewerbebetriebe müssen außerdem die Gewerbesteuer beachten.

Wie erfährt das Finanzamt von der Unternehmensgründung?

Der Unternehmer muss sich steuerlich bei dem für ihn zuständigen Finanzamt erfassen lassen. Der Unternehmer kann sich hierfür einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung im Internet herunterladen und diesen ausgefüllt an sein zuständiges Finanzamt schicken. Er bekommt dann eine Steuernummer mitgeteilt.

Eine Hilfe für das Ausfüllen des Fragebogens zur steuerlichen Erfassung bieten wir in diesem Video​

Aufgrund der Auswertung des Fragebogens werden zum Beispiel Einkommensteuer-Vorauszahlungen oder die Pflicht zur Abgabe von Umsatzsteuer-Voranmeldungen festgelegt. Da sich bereits konkrete steuerliche Folgen aus der Beantwortung des Fragebogens ergeben, sind die Angaben, die auch auf Schätzgrößen beruhen, gewissenhaft und ohne Selbstüberschätzung bzw. Untertreibung zu leisten.

Welche Einkünfte unterliegen der Einkommensteuer?

Das Einkommensteuergesetz kennt insgesamt sieben Einkunftsarten:

  1. Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft
  2. Einküfnte aus Gewerbebetrieb
  3. Einkünfte aus selbständiger Arbeit
  4. Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit
  5. ​Einkünfte aus Kapitalvermögen
  6. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung sowie
  7. Sonstige Einkünfte

Nachdem die Einkünfte durch Einnahmen-Überschussrechnung oder Bilanzen ermittelt wurden, sind diese mit anderen Einkünften zu einer Summe zusammenzufassen. Um zum „zu versteuernden Einkommen“ zu kommen, das die Bemessungsgrundlage für die Einkommensteuer ist, können diverse Ausgaben steuermindernd berücksichtigt werden. Beispielsweise können Verluste aus Vorjahren und Sonderausgaben abgezogen werden.

Wie hoch ist die Einkommensteuer?​

Zur Sicherung des Existenzminimums wird im Jahr 2014 ein Grundfreibetrag von 8.354 Euro von der Einkommensteuer steuerfrei gestellt – 2015 sind es 8.472 Euro. Liegt das zu versteuernde Einkommen unterhalb des Grundfreibetrags, müssen keine Steuern bezahlt werden.

Bei einem Einkommen von 8.354 Euro bis 13.469 Euro steigt der Steuersatz schnell von 14% auf 24 %. Bis zu einem Einkommen von 52.881 Euro fallen bis zu 42% Einkommensteuer und steigert sich bei einem Einkommen ab 250.731 Euro auf 45%.​

Die Lohnsteuer wird auf Löhne und Gehälter erhoben. Arbeitgeber sind verpflichtet die Lohnsteuer bei der Lohnzahlung einzubehalten und an das Finanzamt abzuführen. Dies muss bis spätestens dem 10. des Folgemonats passieren. Bei geringen Beträgen kann auch vierteljährig oder ganzjährig passieren.​

Wer muss Körperschaftssteuer zahlen?​

Juristische Personen zahlen keine Einkommensteuer, sondern Körperschaftsteuer. Juristische Personen sind zum Beispiel eine GmbH oder eine AG. Grundlage für die Körperschaftsteuer ist das Einkommen der juristischen Person. Die Körperschaftsteuer beträgt 15 %.

Worauf ist der Solidaritätszuschlag zu erheben?​

Der so genannte Soli ist keine eigenständige Steuerart, sondern lediglich ein Zuschlag, der in Höhe von 5,5 % auf Einkommen- beziehungsweise Körperschaftsteuer aufgeschlagen wird. Es ist also eine zusätzliche Steuerbelastung zu der Einkommensteuer oder Körperschaftsteuer und der Gewerbesteuer.

Viele Fragen kommen bei so vielen Steuerarten auf, ein Steuerberater oder Existenzgründerberater kann Ihnen helfen​

Diese Dinge müssen Sie bei der Suche eines Existenzgründerberaters beachten!​

Wer unterliegt der Gewerbesteuer?

Die Gewerbesteuer besteuert den Gewerbebetrieb. Grundlage ist die Ertragskraft des Betriebes, also der Gewinn. Freiberufler müssen keine Gewerbesteuer entrichten. Bei Einzelunternehmen ist der Unternehmer der Steuerschuldner, Bei Personen- und Kapitalgesellschaften ist die Gesellschaft die Steuerschuldnerin. Erhoben wird die Gewerbesteuer von der zuständigen Gemeinde.

Was unterliegt der Umsatzsteuer?​

Auf jede Lieferung oder Leistung muss die Umsatzsteuer aufgeschlagen werden, auch als Mehrwertsteuer bekannt. Es werden dabei im Regelfall 19% auf den Nettobetrag draufgeschlagen. Bei Lebensmitteln, Bücher, Kunst, oder Personenverkehr gilt ein ermäßigter Steuersatz von 7%.

Warum müssen Unternehmer Rechnungen ausstellen?​

Jeder Unternehmer, der umsatzsteuerpflichtige Umsätze tätigt, ist verpflichtet eine Rechnung auszustellen. Nur mit einer korrekten Rechnung kann der Rechnungsempfänger die ausgewiesene Mehrwertsteuer als Vorsteuer vom Finanzamt erstatten lassen. Bei Rechnungen an den Endverbraucher muss die Umsatzsteuer immer im Preis enthalten sein. Bei Angeboten an Endverbraucher muss die Umsatzsteuer immer im Preis enthalten sein.

Wer ist Kleinunternehmer?​

Ist vorauszusehen, dass der Umsatz eines Unternehmens 17.500 Euro nicht übersteigt, wird keine Umsatzsteuer erhoben, dies kann oft im Jahr der Geschäftsaufnahme der Fall sein, oder aber wenn ein Gewerbe als Nebenverdienst betrieben wird. Dann werden Sie als Kleinunternehmer behandelt und müssen auf Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen. Sie sind dann aber auch nicht befugt die Vorsteuer abzuziehen und beim Finanzamt einzufordern. Die Kleinunternehmer können Sie so lang behalten, wie der Umsatz im laufenden Jahr die 50.000 Euro nicht übersteigt und im Vorjahr weniger als 17.500 Euro betrug.


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