Wann dürfen die Aufwendungen für einen Supersportwagen als Betriebsausgabe abgezogen werden?

Heute erkläre ich dir, wann die Aufwendungen für einen, vielleicht deinen, Supersportwagen betrieblich veranlasst sind und du sie somit als Betriebsausgabe abziehen kannst.

​Der Bundesfinanzhof hatte sich im vergangenen Jahr mit einem sehr speziellen Fall zu beschäftigen, und zwar gab es einen Tierarzt, der neben einem Multivan und einem Porsche Boxster noch einen Ferrari Spider als Betriebsausgabe geltend machen wollte. Der Ferrari Spider kommt schätzungsweise auf 150.000-200.000€ Anschaffungswert und wurde hier über einen Leasingvertrag über eine Leasingsonderzahlung von 15.000€ finanziert und einer monatlichen Rate von ca. 2000€. Also kann man sich sehr schnell errechnen, was da für Fahrzeugkosten entstehen werden. Neben der reinen Investitionsfinanzierung über Leasing hast du ja auch noch hohe Kfz-Steuern, Betriebskosten, Versicherung, Reparaturen usw.

Fragen wurden nicht erst in einer Betriebsprüfung gestellt

Natürlich war dieser Umstand dem Finanzamt ein Dorn im Auge. Das Finanzamt hat hier nicht erst auf eine Betriebsprüfung gewartet, sondern bereist im Rahmen der Steuererklärung Fragen gestellt. So musste sich dieser Tierarzt erklären. Im Endeffekt hat das Finanzamt die Betriebsausgaben im Zusammenhang mit diesem Supersportwagen anerkannt. Dann kam es zum Rechtsstreit infolgedessen, dass das Finanzgericht das verneint hat, also der Auffassung des Finanzamts gefolgt ist und somit der Bundesfinanzhof die Frage auf dem Tisch hatte, ob hier Betriebsausgabenabzug zulässig ist oder nicht.

​Der Bundesfinanzhof hat mit Hinweis auf §4 Abs.5 Nr.7 - dort steht drin, dass repräsentative Aufwendungen, die die Lebensführung des Steuerpflichtigen berühren, als nicht abziehbar gelten - diese Frage hatte hier also der Bundesfinanzhof zu klären und zu beantworten. Er sagt, generell ist es natürlich schon möglich, dass du einen Supersportwagen als Betriebsausgabe geltend machen kannst, aber man muss halt immer den Einzelfall sehen. Hier im konkreten Einzelfall war es so, dass der Tierarzt diesen Wagen, für den er im Übrigen ein ordentliches Fahrtenbuch führte, lediglich für 3000-4000km im Jahr bewegte. Anhand des Fahrtenbuchs dokumentierte er, dass er zu 4-5 verschiedenen Fortbildungsveranstaltungen gefahren ist, in einem Jahr auch noch zu einem Gerichtstermin und das sollte dann seine betriebliche Veranlassung sein.

Nun ist es letztlich so, dass der Aufgabenbereich eines Tierarztes letztlich ein ganz anderer ist, als lediglich zu einer Fortbildungsveranstaltung zu fahren und genau hieran wird auch deutlich, dass irgendwo auch private Motive bei der Anschaffung einer solchen Supersportwagen eine Rolle gespielt haben. Denn normalerweise ist der Tierarzt in seiner Praxis tätig oder er macht Hausbesuche. Bei diesem Tierarzt handelte es sich im Übrigen um einen Tierarzt, der wohl sehr prominente Kunden hatte, dort Pferde betreute usw. und Jahreseinnahmen hatte von rund 800.000€, die zu einem durchschnittlichen Gewinn von 200.000-350.000€ pro Jahr führten.​

Natürlich konnte er sich diesen Wagen leisten, aber der Umstand, dass er damit lediglich zu Fortbildungsveranstaltungen gefahren ist, veranlasste eben den Bundesfinanzhof auch hier den bisherigen Entscheidungen der Vorinstanzen zu folgen. Hätte dieser Tierarzt den Wagen bspw. dafür verwendet, um damit zu seinen Patienten zu fahren - was ich mir allerdings sehr schwer vorstellen kann, denn als Tierarzt bist du ja möglicherweise auch in der Landwirtschaft unterwegs und mit so einem Supersportwagen, tiefgelegt, breite Reifen und 400-500 PS wird das sicherlich nicht das beste Fahrzeug dafür sein, um diese Tätigkeit auszuüben. Als Arzt hat man ja wahrscheinlich auch Hilfsmittel, Gegenstände mitzuführen, wenn beispielsweise ein Fohlen geboren wird und er dabei helfen muss. Da kann ich mir vorstellen, dass das nicht einfach nur mit einer Handtasche machbar ist. Jedenfalls bestätigt der Bundesfinanzhof, dass nicht allein ein einziges Merkmal dafür entscheidend ist, ob ein Betriebsausgabenabzug möglich ist und ob diese repräsentativen Aufwendungen tatsächlich abziehbar sind, sondern man muss immer schauen, ob objektive Gründe und Anhaltspunkte vorliegen, die dafür sprechen, dass du als Unternehmer einen Supersportwagen in deiner Firma brauchst.​

Sportwagen als Betriebsausgabe in anderen Berufen

Wenn du bspw. Lifestyle- oder Internetunternehmer, Seminarveranstalter oder im Vertrieb tätig, wo du mit vielen Menschen zu tun hast, wo es deine Aufgabe ist, Menschen zu motivieren, dann kann ich mir sehr wohl vorstellen, dass du einen Supersportwagen auch als Betriebsausgabe abziehen kannst. Aber natürlich hat das Grenzen. Wenn du, so wie hier in dem konkreten Fall mit dem Tierarzt, mehrere Wagen in deinem Unternehmen hast, könnte das auch für dich problematisch werden. Wenn es aber dein einziges Fahrzeug ist oder du hast ein Sommer- und ein Winterfahrzeug, sollte das in jedem Fall machbar sein, das Fahrzeug geltend zu machen. Der Bundesfinanzhof sagt in seiner Urteilsbegründung auch, auch wenn günstige Umstände dafür sprechen oder ein Kopplungsgeschäft - du hast also einen Geschäftspartner gewinnen können, weil du so ein Auto fährst, also weil du bspw. Rechtsanwalt bist und das Ferrari-Autohaus als Kunden gewinnst und es hier einen Zusammenhang gibt - dann sind diese Ausgaben in jedem Fall auch betrieblicher Natur.

Repräsentativer Natur sind sie sowieso, aber dann stehen halt die privaten Motive, die natürlich immer in so einem Fahrzeugkauf drinstecken, eine untergeordnete Rolle. Machen wir uns nichts vor, so ein Supersportwagen lässt die Herzen der Männer und auch mancher Frauen höher schlagen und natürlich sind das private Aspekt, die mit eine Rolle spielen. Insofern war das völlig richtig, dass der Bundesfinanzhof den Betriebsausgabenabzug versagte, für ein Fahrzeug, das lediglich zu Fortbildungsveranstaltungen bewegt wurde.

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Wenn du Fragen hast, schreib mir gerne.​


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